Früh morgens am 15 Juni 2025 fanden sich die Mitglieder des MVIU am Bahnhof Interlaken Ost ein. Wir bestiegen den Zug der Zentralbahn, der uns nach Meiringen bringen sollte, und machten uns auf zu einem Anlass, der ein jedes Musikerherz Jahr um Jahr höher schlagen lässt: einen Kreismusiktag.

Und nicht nur: denn die Musikgesellschaft Meiringen feierte an diesem Anlass zugleich ihr 150-jähriges Bestehen.

Die Stimmung im Zug war gut, es wurde ausgelassen geplaudert und die Vorfreude auf ein schönes Fest war überall spürbar. Wer zum Plaudern zu müde war, konnte noch etwas vor sich hin träumen und dabei den malerischen Ausblick auf den Brienzersee, Iseltwald und die darüberliegenden Berge im Licht der aufgehenden Sonne geniessen.

Bald schon wich die Szenerie den grünen Wiesen, Felswänden, Wasserfällen und Gipfeln des Haslitals, und wir erreichten das Ziel unserer Reise.

In Meiringen wurden wir herzlich empfangen und sogleich zu unserem Instrumentendepot geführt, wo wir unser Material deponieren konnten, um uns danach bei einem vortrefflichen Apéro für den vor uns liegenden Tag zu stärken. Nachdem wir dies ausgiebig getan hatten, kehrten wir ins Instrumentendepot zurück und begannen mit den Vorbereitungen für unseren ersten Auftritt des Tages.

Die Konzertliteratur kannten wir zu diesem Zeitpunkt sehr gut, hatten wir doch bereits im Mai mit «Der Magnetberg» von Mario Bürki und «Tabula Rasa» von Helmut Kogler den ersten Platz in der Harmonie 2. Klasse am Ausserkantonalen Musikfest in Herisau erzielt.

KMT Einspielen

Die Nervosität hielt sich deshalb eher in Grenzen, während die Vorfreude umso grösser war. Nachdem wir uns in einem Einspiellokal hinreichend warmgespielt hatten, betraten wir die Kirche von Meiringen, um unsere Musik zum Besten zu geben. Die Kirche selbst ist ein schönes Konzertlokal mit interessanter Architektur, ein grosser, hoher Saal gestützt von mächtigen Säulen aus Holz.

Beim Spielen fällt sofort die grossartige Akustik im Raum auf, die ein Konzert in der Kirche von Meiringen zu einem wahren Genuss für Musizierende und Publikum gleichermassen macht.

Unter Leitung unseres Dirigenten Bruno Aemmer präsentierten wir die Kompositionen, die wir bereits für das kantonale Musikfest in Herisau einstudiert hatten. Die Stücke gingen reibungslos über die Bühne, und bald schon waren wir glücklich und zufrieden zurück im Instrumentendepot. Einige von uns begaben sich zum Expertengespräch, wo wir von Sasha Abgottspon eine umfassende und konstruktive Rückmeldung zu unserem Auftritt inklusive hilfreicher Ratschläge für unsere weitere Probearbeit erhielten.

Nachdem wir unsere Instrumente verstaut hatten, begaben wir uns ins Festzelt, wo wir uns bei einem ausgezeichneten Mittagessen stärken, den vergangenen Auftritt Revue passieren lassen und uns für den nächsten sammeln konnten.

Nun stand uns die Marschmusik bevor. Wieder versammelten wir uns im Instrumentendepot, doch nun schien uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung zu machen. Aufgrund aufziehender Regenwolken musste unsere Parademusik abgesagt werden. Kurzerhand veranstalteten wir also eine eigene kleine Parademusik und zogen mit unserem Marsch «Interlaken» von Walter Joseph unter den Augen einiger Schaulustiger durch eine Strasse in Richtung der offiziellen Parademusikstrecke. Anschliessend trennten wir uns auf und hatten Gelegenheit, die Zeit bis zur Schlusszeremonie nach unseren eigenen Wünschen und Vorlieben zu verbringen.

KMT Gesamtchor

Die Schlusszeremonie selbst war jedoch noch keineswegs in trockenen Tüchern. Das Wetter spielte verrückt und es war lange unklar, ob man die Veteranenehrung und den Gesamtchor draussen durchführen könne oder ob man der sicheren Variante im Festzelt den Vorzug geben sollte. Das Schicksal des weiteren Tagesverlaufs lag nun in den Händen des «Ältesten Haslers», des Föhns. Dieser war uns zuerst wohlgesinnt, der erste Teil der Zeremonie fand draussen und ohne Regen statt. Doch dann zog rasch eine Sturmfront heran, und wir suchten Schutz im Festzelt. Dort wurde der Gesamtchor kurzerhand bei bester Stimmung fortgeführt, und als der offizielle Teil vorbei war, organisierten sich die Musizierenden selbst und spielten zusammen noch einige zeitlose Klassiker vom «Böhmischen Traum» bis zu «San Carlo.»

KMT Abschluss

Der Abend und die Heimreise verliefen in bester Stimmung, und der Kreismusiktag in Meiringen wird uns allen als ein schönes Fest der Musik in Erinnerung bleiben. Der MVIU gratuliert der Musikgesellschaft Meiringen herzlich zu ihrem 150-jährigen Bestehen und dankt allen, die zum Gelingen dieses schönen Fests beigetragen haben.

Ilya Jenni, Klarinette und Vize-Dirigent

Musikverein Interlaken Unterseen

3800 Interlaken

Website von Moser Graphic Design & COMMUNICATE Webdesign Interlaken